Leserbrief an die MOZ zur Debatte um die Ernst-Thälmann-Straße (ETS)

Veröffentlicht am 26.06.2016 in Verkehr

Zunächst einmal ist Frau Meyer-Klepsch beizupflichten: Mit der Ablehnung der Beschlussvorlage der Verwaltung zum provisorischen Ausbau der ETS wurde eine große Chance verpasst. Dies ist bedauerlich, aber es nützt nichts. Jetzt muss weiter diskutiert werden in der Hoffnung, wie bei der Eisenbahnstraße zu einem guten Ende zu gelangen.

Den Senioren bei ihrer Debatte mit Gemeindevertretern ist zuzustimmen, wenn sie sich eine Straße wünschen, die nutzbar ist. Dies ist die ETS für Autofahrer und Fußgänger nur eingeschränkt, für Radfahrer oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gar nicht.

Ein Großpflaster, auch wenn es neu verlegt ist, ist immer laut und geht zu Lasten der Barrierefreiheit. Wo sollte man es trotzdem erhalten? In historischen, denkmalgeschützten Altstädten. Hiervon kann in Neuenhagen keine Rede sein. Im neuesten Verkehrsgutachten wird die Asphaltierung der ETS empfohlen, damit diese eine wichtige Achse für den Radverkehr werden kann.

Ich kenne niemanden, der keinen Alleecharakter für die ETS wünscht. Dann muss man aber den Bäumen mehr Platz geben, damit ihre Wurzeln nicht ständig die Straße und den Gehweg beschädigen. Hierzu sollte man breitere Baumbeete in die Fahrbahn schaffen. Dies hilft den alten Bäumen und gibt bei notwendigen Nachpflanzungen die Möglichkeit, die Bäume weiter zur Straße zu pflanzen, um so Platz für breitere Gehwege zu schaffen.

Durch solch eine Maßnahme würde die Fahrbahnbreite deutlich eingeschränkt. Will man nicht den parkenden Verkehr verbieten, was wegen der Geschäfte nicht ratsam ist, sollte man über eine Einbahnstraße von der Eisenbahnstraße bis zur Gartenstraße nachdenken. Einbahnstraßen sind nicht immer zu begrüßen. Oft führen sie zu mehr Verkehr und höheren Geschwindigkeiten. In der ETS bietet sie sich aber an. Der Verkehr in die andere Richtung kann problemlos über die Wolterstraße erfolgen. Für Radfahrer sollte die ETS in beide Richtungen frei bleiben.

Zur Entwässerungslösung hat Frau Meyer-Klepsch vernünftige Vorschläge gemacht. Völlig absurd ist dagegen die Bemerkung von Herrn Schulz vom Bürgerverein Mitte „Das Regenwasser darf von der Fahrbahn nicht auf die Anliegergrundstücke fließen.“ Zurzeit entwässern viele Grundstücksbesitzer ihr Regenwasser auf die Straße. Auch dies muss bei einem Ausbau der Straße verändert werden.

 

26.6.16

Jürgen Hitzges