
Stolpersteine vor dem Rathaus
Nun hat auch Neuenhagen die ersten sieben STOLPERSTEINE, kleine quadratische Messing-Gedenktafeln zur Erinnerung an Opfer aus der NS-Zeit durch den Künstler Gunter Demnig verlegen lassen.
Sechs Steine tragen die Namen von Familienmitgliedern der jüdischen Familie Smilowski, die einst in der Grünen Aue in Neuenhagen lebte. Da es sich dabei um eine kleine abgeschiedene Straße ohne Bürgersteig handelt, wurden ihre Steine auf Vorschlag des Künstlers vor dem Neuenhagener Rathauseingang für jedermann sichtbar und zum drüber „Stolpern“ platziert. Familie Smilowski wurde von dort 1942 nach Auschwitz und Piaske deportiert und dort ermordet. Ein Sohn und die Tochter Johanna überlebten den Holocaust.
Der siebte Stein, mit dem an das Schicksal von Johanna Solf erinnert werden soll, die einen „Solf-Kreis“ gegen das Nazi-Regime gegründet hat, wurde von Gunter Demnig in das Pflaster vor dem Haus der Senioren in der Neuenhagener Hauptstraße eingesetzt.
Marianne Strumpf, eine Tochter von Johanna Smilowski, sowie Eugen Solf, ein Enkel von Johanna Solf, waren Gäste dieser Veranstaltungen gegen das Vergessen der Nazigreuel. Herr Solf äußerte, neben dem Gedenkstein seiner Großmutter stehend, die Hoffnung, seine Kinder aufmerksam genug erzogen zu haben, um Anfänge einer Wiederholung zu erkennen.


