Am 8.6.2011 fand im Rathaus Neuenhagen ein Arbeitstreffen des Mittelzentrumsbereich Neuenhagen statt. Schwerpunkt war der Bereich Bahnverkehr. Es ging um den gewünschten Regionalhaltepunkt in Hoppegarten aber auch um die Parkplatzsituation an diesem Bahnhof. Hier ein Auszug aus dem Protokoll.
TOP 2: ÖPNV-Entwicklung entlang der Ostbahn
Der Tagesordnung entsprechend hielt Herr Dörnbrack eine Präsentation zum Schienenverkehr unserer Region und Berlin, insbesondere zur Entwicklung der Regionalbahnverbindung Berlin - Strausberg - Küstrin/ Kostrzyn(NE 26) - Gorzow und der S-Bahnverbindung bis Strausberg-Nord (S 5).
Die Ausschreibung für die RB-Verbindung Berlin - Küstrin erfolgt im IV. Quartal 2011. Vorgesehen ist die direkte Weiterführung einzelner Fahrten bis Gorzow. Voraussetzung für die Verlängerung der Linie 26 bis Gorzow ist eine vertragliche Vereinbarung zur Bedienung und Finanzierung mit der benachbarten Wojewodschaft Lubuskie. Die optionale Bedienung eines Haltepunktes in Hoppegarten, nach der Verlängerung der NE 26 bis Berlin-Ostkreuz, wird vorgesehen. Voraussetzung ist dafür eine Potenzial¬analyse, eine positive NKU und die Bestellung durch das Land Brandenburg. Der Zuschlag für die Bedienung der Ostbahn ab 12/2014 soll Ende 2012 erfolgen.
Für die Erreichbarkeit des Flughafens Berlin-Brandenburg (BER) ist mit der Verlängerung der NE 26 zum Bahnhof Berlin-Ostkreuz eine Verknüpfung mit der ab 2012 bestehenden Linie RE 7, später mit der RB 24 vorgesehen. Voraussetzung für die Verlängerung zum Endpunkt Berlin-Ostkreuz ist ein Verschieben der bisherigen Zugkreuzung von Rehfelde nach Strausberg.
Der für 2012 geplante Umbau des Bahnhofes Strausberg zum Kreuzungsbahnhof wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Deshalb ist ein zwei¬gleisiger Ausbau der Ostbahn zwischen Strausberg und Rehfelde zwingend erforderlich. Entsprechende Abstimmungen mit DB Netz laufen.
Herr Dörnbrack informierte, dass im Rahmen einer Untersuchung der Park & Ride-Verkehre in Branden¬burg im Mai 2011 am S-Bahnhof Hoppegarten eine Befragung durchgeführt wird. Die Ergebnisse werden den Gemeinden Hoppegarten und Neuenhagen b. Bln. zur Verfügung gestellt. Zur Bedarfsab¬schätzung hat der VBB einen P+R/B+R-Leitfaden erarbeitet, der in Kürze veröffentlicht werden soll.
Zur S 5:
Zielstellung ist es, den 20-Minuten-Takt der S 5 nach Strausberg-Nord in 12/2013 zu realisieren. Die Bestellung erfolgt durch das Land Brandenburg, sobald der in Planung befindliche Ausbau des Kreuzungsabschnittes Strausberg-Hegermühle erfolgt.
Weitere Themen waren die Standzeiten der S-Bahn - Herr Dörnbrack sagte zu, die Hinweise zu den wiederholten Verspätungen der S 5 am Knotenpunkt Fredersdorf zu prüfen.
TOP 3: Regionalbahnhalt Hoppegarten
Die Gemeinde Hoppegarten befindet sich hierzu in Verhandlungen. Herr Ahrens und Frau Schnabel informierten die Anwesenden über ein Gespräch, welches sie mit dem MIL und dem VBB zur Einführung eines Regionalbahnhaltes Hoppegarten (mit Verlängerung der Linie 26 nach Berlin-Ostkreuz) geführt haben. In Abstimmung mit dem VBB wird im 2. Halbjahr 2011 durch die Gemeinde eine Potentialanalyse zur Ermittlung der Fahrgäste bei einem möglichen Regionalhalt durchgeführt.
In der Zwischenzeit hat die Stadt Berlin eine Leistungs- und Finanzierungsvertrag abgeschlossen, so dass davon auszugehen ist, dass in Mahlsdorf ein Regionalhaltepunkt errichtet wird.
Wortmeldungen zum RB-Halt: Dr. Klett, Frau Hitzges, Herr Rump, Herr Stockburger, Herr Siemianowski, Herr Henze, Herr Ahrens, Frau Schnabel
Befürchtungen wurden geäußert, dass das östliche Berliner Umland von Seiten der Potsdamer Regierung nicht den nötigen Stellenwert erhält. Alle Diskussionsteilnehmer waren sich darin einig, dass auf Grund der schon einmal ermittelten Wirtschaftlichkeitskennziffern der Bahnhof Hoppegarten gegenüber Mahlsdorf wirtschaftlicher ist.
Die Mittelbereichskommunen haben sich gemeinsam darüber verständigt, dass zu dieser Thematik ein Schreiben an den Minister Vogelsänger (MIR) gesandt wird, und noch einmal um einen persönlichen Gesprächstermin zur Errichtung eines Regionalhalts gebeten wird. Das Gremium befürchtet, dass eine mögliche politische Entscheidung zum Nachteil der Region getroffen wird.
In jedem Fall wird gefordert, den Regionalhalt Hoppegarten mit zum Bestandteil der Ausschreibung der Leistung zu machen. Der Behauptung, der S-Bahn würden Fahrgäste durch einen RB-Halt entzogen, wird entgegengehalten, die Aufnahmekapazität der S-5 sei bereits weitgehend erschöpft.
Kritisch wurde ebenfalls die zurzeit fehlenden Parkplätze am Bahnhof Hoppegarten betrachtet. Eine Abschätzung zum Stellplatzbedarf erhofft sich die Gemeinde Hoppegarten aus der VBB-Untersuchung.
Bei einem förderwürdigen P+R-Ausbau steht weiterhin das Angebot der benachbarten Gemeinden, den
mit erheblichen Kosten verbundenen P+R-Ausbau finanziell zu unterstützen. Demgegenüber steht die verkehrspolitische und städtebauliche Zielstellung, den Umweltverbund zu stärken und das Bahnhofs-umfeld attraktiv zu gestalten. Fazit: erst P+R-Erweiterungsbedarf prüfen, dann Finanzierung klären.